Freitag, 16. Mai 2014

"Wie machst du das blos?"









Diesen Satz lese ich öfter in meinen Kommentaren, oder Nachrichten. 
Heute verrate ich mein Geheimnis, das gar kein Geheimnis ist.

Damit es nicht nur ein Text Post ist, die Reste meines Mai Impressionen Projektes.
Und wenn jetzt nicht endlich die Sonne dauerhaft scheint, oder wenigstens öfter als bisher, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.
 




Es gibt schlichtweg kein Geheimnis.
Ich nähe gerne, sehr sehr gerne. Ich habe auch keine Angst vor schwierigeren Projekten (außer Hosen, das gehe ich aber bald an).
Scheue keine tausend Schnittteile. Im Gegenteil. Ich finde es schön, wenn sich die Schnittteile Stück für Stück zusammenfügen. Wie bei meinem Mantel vom letzten Post.
Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen netten Kommentare. Ich freue mich darüber immer sehr.
Alle Details dieser Jacke - bis auf der Kunstlederkreuz - sind ja im Schnitt enthalten, ich habe sie nicht dazugezaubert. Es fügt sich alles. Es wächst. Ich wachse auch in der Herausforderung.  Ich lerne dazu.
Ich nähe aber auch schnell, versuche aber auch sorgfältig zu arbeiten. Auch kann ich über den einen oder anderen Fehler hinwegsehen, wenn ich nicht weiß, wie ich ihn beheben kann. Und aus Fehlern lernt man eben doch.
Mein Mann ist sehr tolerant. Die Kinder weniger, doch haben sie sich daran gewöhnt. Auch sind sie in einem Alter, ich übrigens auch, wo ich sie nicht überallhin begleiten muß.
Das ist schön, weckt aber andere Sorgen, doch das ist hier nicht das Thema.
Ich  habe das Glück, ein Nähzimmer zu besitzen. Ich kann alles stehen lassen und die Türe schließen.
Meinen Beruf übe ich nicht z.H. aus, sondern anderswo. An 3 Tagen in der Woche, jeweils 8 Stunden. Bis ich dann z.H. bin, einen Feierabendkaffee, wird sich schon wieder Gedanken gemacht, was kochen wir heute Abend. Oft wir, denn mein Mann kocht viel, meine große Tochter kocht unter der Woche meist auch 1 mal. Das finde ich sehr schön, nicht nur weil es mich entlastet, sondern weil wir ihr etwas vermittelt haben. Nämlich, daß selbst kochen schön sein kann.
Der Abend ist die gemeinsame Zeit der Familie. Das Abendessen zumindest.
An diesen Tagen nähe ich nicht, es sei denn, es muß schnell noch etwas erledigt werden.

Meine freien Tage verbringe ich oft in meinem Nähzimmer, welches glücklicherweise befreit ist von einer großen Kommode, einem häßlichen alten Bauernschrank. Dafür durfte eine alte Industrienähmaschine einziehen sowie ein wunderbar alter Kirschbaumtisch als Zuschneidetisch.
Ich habe viel geräumt, viel entsorgt. Doch der Inhalt der 2 gewichenen Möbelstücke ist noch nicht komplett verräumt. Wohin damit? Ist da noch die Frage.

Unser Heim mag ich sehr, auch wenn es keinen Preis in einer Wohnzeitschrift gewinnen würde. Dafür wäre zu viel Durcheinander. Wovon sich inzwischen auch die eine oder andere Nähbloggerin überzeugen konnte.

Ich werde aber oft genug daran erinnert, daß ich doch bitte meine Wolle, meine Stoffe, meine Schnitte usw. wieder an seinen Platz räumen soll.

Wie ihr seht, oder lest

Ich bin nicht perfekt. Aber ich bin glücklich.

In diesem Sinne - allen ein schönes Wochenende, bis vielleicht am Sonntag zum Sonntagskuchen.
Es scheint die Sonne, d.h. die Erdbeeren auf den Feldern werden süßer. Vielleicht ein Erdbeerkuchen.

Kommentare:

Floh hat gesagt…

:) Danke für den Post. Es ist doch immer komisch, wie uns solche Kommentare ungewollt beeinflussen. Grüße aus Berlin

Wiebke hat gesagt…

Gut beschrieben! Ich finde nämlich, dass vollgepackte Bügelbretter im Wohnbereich ein Ausdruck von Lebensfreude sind, auch wenn meine Lieben das manchmal anders sehen...
LG
Wiebke

mo.ni.kate hat gesagt…

@Floh - ja, des Einen Freud ist des Anderen Leid. Das triftt wohl auch für das Nähen zu. Das sind dann die "Nähpreise". Unaufgeräumt, Kinder vernachlässigt, Hund pinkelt nur in den Garten, ....

@Wiebke - gibt es ein schöneres Bügelbrett, als ein mit Stoff und Schnittmustern belagertes Bügelbrett? Höchstens mit fertiggenähtem Kleidungsstück.

catharina hat gesagt…

gutes posting!
ich hab leider viel zu wenig zeit, um all das zu machen, was ich gerne machen würde – ich arbeite an mindestens fünf tagen. und einen tag bin ich in italien. also sechs tage außer haus.
obwohl ich doch jeden tag etwas mache. ich werde auch oft gefragt, wann ich das alles mache – aber ich brauch' das. andere sitzen vorm fernseher, ich sitz halt an meinen maschinen. und wenn schon fernsehen, dann niemals ohne irgendwas zu tun.
leider bin ich jedoch eine, die gerne alles perfekt haben würde. und da gehört haus und garten dazu. alles geht aber natürlich nicht – deshalb bin ich ehrlich gesagt nicht immer glücklich, wenn ich das chaos hinter mir lasse und mich in mein nähzimmer verziehe. das sollte aber auch aufgeräumt sein, damit ich mich wohlfühlen kann (vollgeladene bügelbretter? für mich bitte nein danke!) … ich hoffe, das wird irgendwann mal besser werden, spätestens dann in der pension ;-) bis dahin wurschtel ich mich halt zeitmäßig so gut es geht durchs leben.

schönes wochenende und glg,
catharina

susa hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
susa hat gesagt…

so isses, frau muss halt nähprioritäten setzen. und wie sagte einmal frau heidenreich so treffend: "ich bin nicht auf der welt um eine aufgeräumtes haus zu hinterlassen."

liebe, auch unperfekte aber glückliche grüße,
susa

ps ich sabbere noch ein bischen den bildschirm voll, du weißt schon weswegen....

Andrea hat gesagt…

wenn unsere Wohnungen schon nicht in Wohnzeitschriften erscheinen können, dafür aber deine selbstgeschneiderte Kleidung in Modemagazinen!
ich versteh dich voll und ganz Monik!!! ich geh zwar nicht arbeiten wie du, aber bei mir sieht´s auch nicht perfekt aus...im Gegenteil :-) ich nähe einfach auch zu gern...
liebe grüsse
andrea

rosa Sujuti hat gesagt…

Ja, was man gerne macht, dafür nimmt man sich halt Zeit, Freihzeit, die einem auch zusteht.
Schön, wenn die Familie da Verständnis hat.
Und ein Nähzimmer, in dem man alles liegen lassen kann, wenn anderes anliegt, ist äußerst hilfreich-ich kann das bestätigen, ich nutze schon lange unser Gästezimmer als Nähzimmer.
LG von Susanne

Lucy in the Sky hat gesagt…

Genau so ist es: für Sachen, die man gern tut, findet sich auch ein bißchen Zeit. Sachen, die man nicht so gern tut, bleiben dann auch mal liegen, und das ist OK. Ich sollte mal ein Foto von meinem immer noch nicht bepflanzten Balkon posten, wo z. T. noch die Töpfe mit Pflanzenresten vom letzten Jahr stehen...

oh-mimmi hat gesagt…

Schön geschrieben!
So stell ich mir das auch einmal vor, wenn die Kinder nicht mehr schon um 11.00Uhr Schulende haben und
dann im Anschluss "betreut" werden wollen. Vielleicht kehrt dann auch meine Nähmotivation wieder zurück ……
Christel

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